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A-Jugend Regionenstaffel Süd

SGM SV Jungingen / Ulmer Norden – SV Westerheim 2:3 (1:2)

(Nico) Saisonspiel Nummer zwei für die A-Junioren: Ein Krimidinner, wie ihn Sir Arthur Conan Doyle nicht besser schreiben könnte.

Schon bevor an diesem Flutlicht-Dienstagabend die ersten Zeilen der Geschichte geschrieben wurden, war wohl beiden Teams die Gefährlichkeit des Kontrahenten bewusst. Die SGM Ulmer Norden gestaltete sich in den letzten Jahren stets als sehr unangenehmer Gegner und gehört sicherlich zu den stärksten A-Jugend-Mannschaften im Bezirk. Überraschend dann der Beginn, der für den SVW einen Start nach Maß darstellte – zumindest fußballerisch und taktisch konnte man den Hausherren die Grenzen aufzeigen. Folgerichtig zappelte das runde Leder in der 16. Spielminute zum ersten Mal im Netz. Wie? Per direktem Freistoß von Ben Kalkanis. Sehenswert? Ja. Verdient? Zu diesem Zeitpunkt ja. Nur dann nahm das Spiel eine (zumindest 90-Grad-)Wendung, wie sie wohl jeder spannende Kriminalroman braucht. Der SVW mit der Zeit immer nachlässiger, Jungingen immer mehr in der Spur – und wer nicht aufpasst, bezahlt bekanntlich mit Lehrgeld. Die Folge, etwas aus dem Nichts, der Ausgleich in der 29. Minute. Nur 15 Minuten später bestätigte sich der „Wundertüten-Charakter“ dieser Regionenstaffel-Partie: Per Elfmeter trifft Marzouk Ouro-Sama zur erneuten Führung für die Schwarz-Roten zu psychologisch bestem Zeitpunkt kurz vor Halbzeitpfiff. Nach Wiederanpfiff ein Déjà-Vu für die zahlreichen Zuschauer am Rande der neuen und tollen Sportanlage in Ulm-Lehr. Erneut der SVW mit frischem Wind aus den Kabinen und bereit, das Zepter in die Hand zu nehmen.

Doch dieses Mal können die hochkarätigen Chancen nicht in Zählbares umgewandelt werden. Und dann folgt das große Bibbern in einem Spiel, das immer unkontrollierter und wilder wird, weil keine Mannschaft mehr in spielerische Abläufe findet. Der SVW verfällt in alte Muster und investiert zu wenig in eine Partie, die von Minute 0 bis 90 auf Messers Schneide steht. Man könnte das folgende Kapitel der Geschichte gekonnt als „Ruhe vor dem Sturm (oder vielmehr Gewitter)“ bezeichnen. Denn fünfzehn Minuten vor Schluss nimmt die Partie eine erneute Wendung. Die bisherige Romangeschichte wird zum kleinen Psychothriller. Bedingt durch Foulspiele, Verletzungen und eine laute Bank nimmt die Aggressivität im Spiel spürbar zu. Es folgt: Eine hitzige Schlussphase, wie sie so manches Top-Lokalderby nicht kennt. Der Höhepunkt: In der 90. Minute gelingt der SGM Ulmer Norden der Ausgleich und alle Dämme bei den Gastgebern brechen; der Jubel ist riesengroß. Aber lieber lesender Fußballfachmann, wie lange geht ein Spiel? Richtig: Bis der Schiedsrichter abpfeift. Der SVW reagiert mit neuem Elan auf das Gegentor und 20 Sekunden vor Schlusspfiff (Minute 90+5) folgt die Pointe – erneut Marzouk Ouro-Sama trifft zum 3:2. Jubel, Freude, Eskalation sind die mehr als logische Folge. Das Ende einer Schlussphase aus dem Bilderbuch. Zumindest für den neutralen Zuschauer, wohl weniger für die Trainerteams auf beiden Seiten.

Fazit: Eine spannende und intensive Partie kann der SVW mit 3:2 für sich entscheiden. „Es ist nicht alles gold, was glänzt“ – zu wenig gelingt es noch, die spielerische Stärke über die volle Spielzeit auszuleben. Zu nachlässig der SVW jeweils nach starker Anfangsphase zu Beginn jeder Halbzeit. Aber, die wichtigste Erkenntnis: Moral und Selbstvertrauen stimmen und „Option Aufgeben“ scheint bisher in keinem Spiel eine Option zu sein. Damit grüßt man mit zwei Siegen aus zwei Partien vom zweiten Tabellenplatz.

Zum Showdown kommt es dann am Samstag um 16 Uhr: Auf heimischem Grün erwartet die A-Jugend den Lokalrivalen Heroldstatt/Feldstetten/Laichingen. Das Sportheim ist geöffnet und jeder Zuschauer herzlich willkommen, wenn laut Meteorologen spannungsgeladene Luft im Pfählerweg das Wettergeschehen beherrschen wird.

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